Der Frühling naht und kaum ist der letzte Schnee im Garten verschwunden, zeigen sich die Ausmaße von möglichen Frostschäden. Dabei wird unterschieden zwischen Frostschäden bei Kübelpflanzen oder bei Gartenpflanzen, welche das ganze Jahr über ihren festen Platz im Garten haben. Ist bei Kübelpflanzen meist der Wurzelbereich betroffen, so sind es bei Gartenpflanzen hauptsächlich die Äste und Blätter die leiden. Wie genau man Frostschäden erkennt und vorbeugen kann, soll im Folgenden genauer unter die Lupe genommen werden.

Frost und seine unterschiedlichen Stadien

Von Frost spricht man, sobald die Temperaturen eine Weile lang unter 0°C liegen. Wobei der Dauerfrost des Winters zur Winterruhe der Natur führt. Ein guter Anzeiger für Frost ist Raureif, welcher an Blättern oder Ästen durch kleine Eiskristalle sichtbar wird.

Ist während einer längeren Frostperiode keine Kälte dämmende Schneedecke vorhanden, so spricht man von Kahlfrost (Barfrost), also Frost in Bodennähe. Dieser ist besonders verheerend, da er direkt auf den ungeschützten Boden und Pflanzen wirkt.

Die nächste Stufe ist der Bodenfrost, der einige Zentimeter in den Boden eindringt und die Wurzeln der Pflanzen schädigt, Böden auffriert und Wasser in Form von Eis bindet. So können Pflanzen selbst im Winter verdursten. Bodenfrost kann in klaren, windstillen Nächten auch dann auftreten, wenn die Lufttemperatur in zwei Metern Höhe noch bei plus 4°C liegt.

Frosteinbrüche kennzeichnen in unseren Breitengraden vor allem den Winter während der Monate Dezember, Januar und Februar. Grundsätzlich können sie aber auch das ganze Winterhalbjahr, also Mitte Oktober bis Mitte April, auftreten. Wenn dies geschieht, kann der Frühfrost im Herbst die Erntefrüchte wie Kartoffeln oder Zuckerrüben gefährden oder der Spätfrost im Frühjahr zu Schäden im Obst-, Wein- und Gartenbau führen. Daher sollten Sie Frostwarnungen ernst nehmen und gegebenenfalls die ein oder andere weniger winterharte Pflanze auch im April extra schützen, wenn nötig.

Erkennen und Vorbeugen von Frostschäden

Kältestress macht sich auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar. Bei heimischen Pflanzen erkennt man ihn an braunen, eingerollten oder schlappen Blättern. An Zier- oder Obstbäumen sowie Sträuchern kann man Frostschäden oft in Form von Rissen am Stamm oder verholzten Pflanzenteilen sehen. Immergrüne Pflanzen brauchen auch im Winter noch reichlich Wasser. Ist der Boden gefroren und liefert kein flüssiges Wasser mehr, kommt es zu Frosttrocknis. Pflanzen erfrieren demnach nicht unbedingt, sondern sie vertrocknen vielmehr.

Frostschäden an Bäumen erkennt man vor allem an Rissen im Stamm. Zumeist treten diese an der Südseite des Baumes auf, also der Sonnenseite. Sie kommen durch die hohen Temperaturunterschiede am Tag und in der Nacht. Gefährdet sind vor allem jüngere Bäume. Um diese zu schützen, kann man den Stamm mit Vlies, Stroh oder Brettern schützen. Eine weitere Methode ist das Kalken des Stammes, welches die Sonnenstrahlen reflektiert und somit den Stamm schützt.

Kübelpflanzen stellen Sie am Besten in den Innenbereich wie Garage, Schuppen oder Treppenhaus, wo sie bei kühlen Temperaturen überwintern können. Sollte man drinnen keinen Platz finden, so empfehlen wir den Kübel mit Vlies oder Polsterfolie zu umwickeln und abzudecken, auch von unten, wenn möglich. Zusätzlich kann man die Pflanze am Stamm mit Stroh eindecken.

Frostpausen nutzen

Macht der Frost Pause, so sollte man diese unbedingt zum Gießen der Pflanzen nutzen. Besonders wichtig ist dies bei Kübelpflanzen, da sie nur über einen begrenzten Wasservorrat verfügen. Sind jedoch weitere Fröste angesagt, sollte man es mit dem Gießen jedoch nicht übertreiben, da sonst die Pflanzgefäße auffrieren.

Frostschaden – Was nun?

Aufgerissene Baumäste, brauner Rasen und braunfleckige Sträucher. So möchte man seinen Garten nicht sehen. Doch was tun, wenn der Frost bereits zugeschlagen hat? Zunächst ist erst einmal nichts verloren und bevor Sie die Pflanze entfernen, warten Sie besser ab wie sich diese regeneriert. Denn viele Pflanzenarten haben ihre eigenen Überlebensstrategien und stoßen mitunter größere Pflanzenteile ab, um andere verbleibende zusätzlich zu stärken. Daher treiben viele Pflanzen im Frühjahr erneut aus, manchmal sogar von ganz unten. Abgestorbene Pflanzenteile sollten Sie erst nach dem ersten Austreiben entfernen, da man nie sicher sein kann, wo die Pflanze noch heil ist. Nach einem besonders harten Winter kann der Neuaustrieb allerdings auch mal ein wenig länger dauern. Haben Sie also Geduld.

Kommt der erste Frost unerwartet und ungeschützte Kübelpflanzen mussten eine Nacht bei Minusgraden im Freien verbringen, so sind sie nicht gleich verloren. Meist reicht es, sie in einen frostfreien Raum zu bringen und ordentlich zu gießen.

Sollten Sie Fragen haben oder unseren Expertenrat benötigen, dann melden Sie sich gerne bei uns.
Wir helfen Ihnen weiter.

Ihr Team von
Brinkers Galabau